Schimpansen-Tracking in Uganda

Schimpansen-Tracking in Uganda

Schimpansen-Tracking im Kibale oder Gorilla-Tracking im Bwindi? Vor die Wahl gestellt, welche Erfahrung mir bei meiner Uganda Reise besser gefallen hat, könnte ich mich nur schwer entscheiden. Das Gorilla-Tracking gehört ganz sicher zu den aufregendsten Reiseerfahrungen, die ich jemals gemacht habe. Dem Minenspiel unserer nächsten Verwandten zuzuschauen, hat mich aber gleichermaßen berührt.

Das Schimpansen-Tracking

Das Tracking beginnt mit einem Briefing im Hauptquartier des Kibale-Nationalparks. Die Ranger geben eine kurze Einführung zum Park selber – und zum Ablauf des Trekkings. Wie hat man sich zu verhalten in Gegenwart der Tiere? Welche Abstände sind zu wahren?

Headquarter Kibale Nationalpark - Briefing Schimpansen Trecking

Und schon begann die Wanderung. Über breitere Forstwege und mit Holzbohlen befestigte Stege, teils etwas rutschig, aber nicht anstrengend zu laufen.

Unterwegs im Kibale Nationalpark

Und als hätten er schon auf uns gewartet, saß der erste Schimpanse leicht gelangweilt am Boden. Was nicht selbstverständlich ist. Oft bleiben die Tiere hoch oben in den Bäumen, oft muss man lange laufen, um sie zu sehen.

Nach ein paar Minuten zogen unser bewaffneter Ranger und wir weiter tiefer in den Wald, wo wir eine größere Gruppe fanden. Nun hatten wir ausreichend Zeit, den ach so menschlichen Affen zuzuschauen. Wie sie mal bockig, mal nachdenklich schauen oder ein kleines Liedchen zu pfeiffen scheinen.

Faszinierend ist das Sozialverhalten. Sie rangeln sich – oft auch lautstark, spielen miteinander und jagen sich. Vor allem aber betreiben sie ausgiebig gegenseitig Körperpflege, was für das Miteinander der Tiere ungemein wichtig ist.

Nach einer Stunde müssen wir die Schimpansen leider wieder verlassen und wandern durch den tropischen Wald mit seinen Palmen und Lianen wieder zurück zum Park-Hauptquartier. Hier werden uns feierlich unsere Urkunden überreicht.

Urkunde Schimpansen-Tracking

Der Kibale Nationalpark

Der Kibale ist einer der drei Nationalparks in Uganda, in denen Sie die Schimpansen aufspüren können. Auch im Queen Elizabeth und im Murchinson Falls können Sie Trekkings unternehmen. Da der Kibale die größte Population an Schimpansen und weiteren Primaten hat, wird er auch als die „Primaten-Hauptstadt der Welt“ bezeichnet.

Neben mehr als 1000 Schimpansen leben im Kibale 12 weitere Primatenarten. Neben so bekannten Arten wie den weißen, schwarzen und roten Colobus Monkeys und Vervet Monkeys gibt es hier Olive Baboons, Red tailed monkeys, blue und l’hoest monkeys, Uganda Mangabeys und die nachtaktiven Thomas’s Galagos, Eastern Galagos, Demidoff’s Galaos und Potos. Ich muss gestehen – ich habe keine andere Primatenart gesehen – was aber auch an meinem Fokus auf den Schimpansen liegen kann.

Der Park liegt im Westen des Landes, nahe der Stadt Fort Portale, gute fünf Stunden Fahrt von Kampale entfernt.

Was ist die beste Jahreszeit für ein Schimpansen-Tracking?

Prinzipiell ist die Beobachtung der Primaten das ganze Jahr über möglich. Die besten Monate sind die Dezember bis Februar und Juni bis September. Es sind die Monate der Trockenzeit. Dann sind die Wege trocken und gut begehbar. Auch die Schimpansen sind dann besser zu beobachten, weil sie sich nicht in den Bäumen verstecken, sondern gerne auf den Boden kommen.

Praktische Informationen

– Ein Chimpanzee-Permit kostet aktuell 200 USD, hinzu kommen noch die Eintrittsgebühren für den Nationalpark (40 USD) und Trinkgeld für die Ranger
– um die Gesundheit der Tiere nicht zu gefährden, dürfen nur gesunde Menschen am Trekking teilnehmen.
– Kinder dürfen ab einem Alter von 12 Jahren an der Pirschwanderung teilnehmen
– bei dem normalen Tracking hat man – sobald die Tiere gesichtet sind – eine Stunde Zeit mit ihnen
– nicht in der Gegenwart der Tiere essen oder trinken
– man kann an Habituierungs-Programmen teilnehmen. Da die Tiere hier noch sehr scheu sind, hat man bei diesem vier Stunden Zeit mit den Tieren
– als Kleidung sind feste Schuhe (idealerweise knöchelhoch) und lange Hosen zu empfehlen, auch ein Regenschutz sollte im Rucksack stecken, da es im tropischen Regenwald immer wieder zu überraschenden Schauern kommen kann
– Kamera und Fernglas nicht vergessen
– wir haben für Sie Vorschläge für Rundreisen mit Schimpansen- und Gorilla-Tracking zusammengestellt

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