Wüstensymphonie Mankind

Wüstensymphonie „mankind“ – die Namib Wüste zum Klingen bringen

Der Komponist Stranger reiste 2018 in die Namib Wüste. 40 Tage lang lebte er in vollkommener Isolation und komponierte in einem durchsichtigen Kubus an seinem Flügel 24 Klavierfraktale. Gemeinsam mit dem Filmkomponisten David Bertok erschuf er daraus die Wüstensymphonie „mankind“. Der Filmemacher Christian Schmidt dokumentierte Strangers Reise in Bildern. Wir haben mit David Bertok und Christian Schmidt darüber gesprochen, wie sie die Namib Wüste zum Klingen bringen.

Stranger Kubus Namib Wüste

Genuss Touren: Herr Bertok, Stille und vielleicht noch das Rauschen des Windes kommen bei der Namib Wüste als Geräuschkulisse in den Sinn. Wie klingt die Wüste für Sie?

David Bertok Stille ist auch genau meine Assoziation gewesen, dadurch hatte ich viel „Raum“ um die Vielschichtigkeit der Wüstensymphonie zu entfalten. Die Geräuschkulisse wollten wir nicht in Onomatopoesie verwandeln, sondern eher als Leinwand betrachten, auf der sich die Symphonie musikalische ausbreitet.

Komponist David Bertok - Wüstensymphonie Mankind

Genuss Touren: Die 40 Tage in der Wüste waren vor allem eine Reise in das Innere von Stranger. Wie stark ist die Musik von der Umgebung inspiriert?

David Bertok Das ist vermutlich eine Frage an Stranger, ich bin mir aber sicher dass sowohl Umgebung als auch das Innere, je länger Stranger im Kubus saß, eine wichtige Rolle gespielt haben.

Stranger Klavier Namib Wüstensymphonie

Genuss Touren: Herr Bertok, Stranger hat auf sein geistiges Eigentum bei der Musik verzichtet. Jeder darf die Musik verwenden und weiterentwickeln. Wie stark sind Sie bei der symphonischen Fassung von den Klavierfraktalen abgewichen?

David Bertok Ich würde nicht sagen abgewichen, wir haben aber natürlicherweise die Musiksprache bei der Orchesterfassung erweitert. Durch dichtere Harmonien, mehr Ebenen und Elemente die gleichzeitig passieren. Zudem gab es Übergänge welche die einzelnen Teil verbunden haben. Dabei habe ich mich daran orientiert einen Gesamtbogen in der Musik beizubehalten.

Genuss Touren: Herr Schmidt: Was hat Sie an den Aufnahmen der Namib Wüste am tiefsten beeindruckt?

Christian Schmidt Ich konnte leider nicht vor Ort sein, sondern habe mich begeistert durch etliches Stunden tolles Filmmaterial gewühlt, um die ganzen Filme zu produzieren… Durch meinen Job als Regisseur und meinem Hobby, dem Reisen, war ich aber schon in diversen Wüsten unterwegs… Es ist vor allem die Weite, das Farbenspiel von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, der galaktische Sternenhimmel, und vor allem die Stille…

Daniela Schmidt Wüstensymphonie

Genuss Touren: Herr Schmidt, in Ihren Filmen sieht man immer wieder die reiche Tierwelt in der Namib – Oryx, Schakale, Giraffen, Springböcke und viele mehr. Haben die Tiere auf den Kubus und die Musik reagiert?

Christian Schmidt Das ist eine Frage an Stranger, beim Sichten des Filmmaterials ist mir das nicht aufgefallen… Stranger hat aber öfters erzählt, wie ein Schakal ihn in seiner Hütte besucht hat und Freundschaft mit ihm geschlossen hat.

Genuss Touren: Als Namibia-Fans begeistern uns vor allem das Zusammenspiel der Musik mit den wunderschönen Bildern aus der Namib. Ist die Wüstensymphonie als Gesamterlebnis gedacht, oder sollen auch Bilder und Musik unabhängig voneinander funktionieren?

David Bertok In musikalischer Hinsicht haben wir auf jeden Fall die Absicht gehabt, dass die Symphonie auch für sich alleine stehen kann.

Genuss Touren: Am 24.05. hat die Wüstensymphonie ihre Welturaufführung in der Kongresshalle in München. Was erwartet den Zuhörer dort?

David Bertok Unter anderem auf jeden Fall ein fantastischer Orchester. Symphonien live zu erleben, hat immer etwas ganz besonderes, die Dynamik und Tiefe kann eine Aufnahme nicht abbilden. Gerade in Zeiten, in denen Musik immer komprimierter am Computer/Handy oder sonstigen Geräten konsumiert wird, ist ein Live Konzert mit vollem Orchester ein ganz besonderes Erlebnis.

Christian Schmidt Und das in Verbindung mit Wüstenbildern auf der großen Leinwand. Wir werden zu einem kurzen Teil der Symphonie ein paar Filmaufnahmen zeigen, damit die Zuhörer ein wenig die Wüste spüren. Den größeren Teil der Symphonie zeigen wir aber ohne Bilder, damit sich der Zuhörer voll der Musik hingeben kann…

Fotos: Aufnahmen Stranger © Manuel Hollenbach

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