Elefanten in der Makuleke Konzession im Krüger Nationalpark

Makuleke im Krüger Nationalpark

Makuleke – der äußerste Zipfel des Krüger Nationalparks. Ein landschaftliches Juwel – und ein spannendes Stück südafrikanische Zeitgeschichte.

Der Makuleke Contractual Park – auch als Pafuri Triangle bekannt – liegt im nördlichsten Teil des Krüger Nationalparks. Der Landkeil wird durch den Zusammenschluss der Flüsse Limpopo und Luvuvhu markiert. Am Crook’s Corner steht man im trockenen Flussbett des Limpopo mit einem Fuß in Mosambik, mit dem anderen in Simbabwe – und mit dem nächsten Schritt sind Sie wieder in Südafrika!

Crook's Corner Makuleke Pafuri Krüger Nationalpark

Makuleke: Landschaftliche Fülle im Pafuri Triangle

Dichte Mopanewälder, weite Savannen und karge Überschwemmungspfannen gehen ineinander über. An den Flüssen stehen üppig überwucherte Feigenbäume und mächtige Nyalatrees. Jahrhundertealte Baobabs sprenkeln den Park.

Zebras Mopane Wald Makuleke

An manchen Orten ragen Lalapalmen in die Luft. Einzigartig ist der Fieberbaumwald mit seinen hellgelb leuchtenden Baumstämmen.

Elefant vor Lalapalmen im Pafuri Triangle

Elefant im Fieberbaumwald im Makuleke Krüger Nationalpark

Makuleke hat nur 1% der Fläche des Krügers, aber 75 % der Biodiversität des gesamten Parks. Das Wild aber ist scheu. Was zum einen an den vergleichsweise wenigen Besuchern der Region liegen mag. Zum anderen aber am nahegelegenen Simbabwe. Dort wurden die Tiere bis in die jüngste Vergangenheit noch in einer Jagdkonzession geschossen. Es ist kein Big Five Gebiet. Große Herden von Elefanten und Büffeln? Ja! Löwen, Leoparden und Nashörner? Nein.

Die bewegte Geschichte der Makuleke

Makuleke – der Name stammt vom dort ansässigen Volk. Einer von ihnen ist Phanny, Guide in The Outpost.

„Das ist ein ganz besonderer Ort für mich – Heimat“ sagt Phanny als wir zu einer Lichtung mit markanten Baobabs kommen. „Hier bin ich 1968 geboren“. Und wird ein wenig traurig. Denn bereits ein Jahr nach seiner Geburt wurde seine Familie von dort vertrieben.

Seine Familie gehört zum Volk der Makuleke. 1969 wurden sie von der Apartheidregierung enteignet und weiter südlich in der Nähe von Punda Maria angesiedelt. Dort lebt Phannys Familie noch heute.

Wer genau hinschaut, findet im Pafuri Triangle Zeugnisse der Makuleke. Auf den zweiten Blick entpuppen sich die grauen, rechteckigen Steine an einigen Stellen des Parks als Betonklötze. Überbleibsel der abgerissenen Häuser der einstigen Bewohner.

Ein Denkmal weist auf den Shop von John Fernandez hin. Er hatte von 1954 bis 1969 einen Gemischtwarenladen. Das Fundament ist noch immer zu sehen.

Denkmal John Fernandez Shop Makuleke Krüger Nationalpark

Nach der Enteignung wurde das Land in den Krüger integriert. Teilweise diente es auch der Armee als Lagerplatz. Während des Bürgerkriegs in Mosambik wurden Soldaten stationiert. Sie sollten den Flüchtlingsstrom kontrollieren. In einigen Affenbrotbäumen zeigen Aluminiumplaketten an, welcher Zug dort stationiert war.

Aluminiumplakette Baobab

Mit dem Ende der Apartheid erhielten alle Enteigneten das Recht, ihr Land wieder zu beanspruchen. Die Makuleke reichten einen Antrag über 20.000 ha ein, der ihnen auch zugesprochen wurde. Doch sie entschieden sich dafür, nicht auf ihr Land zurückzukehren. Stattdessen verpachteten sie es an den Privatsektor. In dem riesigen Gebiet gibt es nun zwei Lodges – The Outpost und das Pafuri Camp – und das Eco Training College. Hier werden Menschen aus aller Welt zu Guides ausgebildet.

Phanny – Dank Stipendium zum Guide

Was wieder zurück zu Phanny führt. Phanny wollte schon immer zurück in seine Heimat, in seinen geliebten Busch. Doch da sich seine Eltern für ihn nicht die entsprechende Schulbildung leisten konnte, hatte er keine Chance sich zum Ranger ausbilden zu lassen. Über Jahre hat er im Souvenirladen im Krüger gearbeitet. Nebenher hat er sich weitergebildet. In Englisch, in Natur- und Vogelkunde.

Als Teil ihres Verpachtungsdeals haben die Makuleke sich zwei Stipendienplätze pro Jahr am Eco Training College sichern können. Jedes Jahr schlagen sie dafür Mitglieder ihrer Gemeinde vor. Eines davon war Phanny. Der über diesen Umweg nun endlich wieder in seiner wahren Heimat leben darf.

Es sind noch keine Kommentarge vorhanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.