Herbst in Sanbona

Herbst in Sanbona – Safariglück in der Kleinen Karoo

Es ist kühl am Morgen. Langsam geht die Sonne über den Tafelbergen am Horizont auf, während ich am Frühstückstisch neben dem flackernden Kamin sitze. Mai – Herbst in Sanbona.

Das Sanbona Wildlife Reserve

Das Sanbona Wildlife Reserve liegt in der Kleinen Karoo, gute vier Stunden von Kapstadt und zwei Stunden von der Garden Route entfernt. Es ist ein großes privates Wildreservat, in dem die Big Five angesiedelt wurden. Bekannt ist es vor allem für seinen weißen Löwen. Im Wildreservat gibt es zwei Lodges, Sanbona und die White Lion Lodge.

Die Morgenpirsch

Die Morgenpirsch beginnt um 7:30 Uhr. Der Geländewagen ist offen. Dankbar hülle ich mich in die warme Decke, die Dani, unser Guide bereithält. Der Busch scheint noch zu schlafen, wenige Tiere sind zu sehen. Büsche und Sukkulenten verströmen einen teils süßlichen, teils zitrusartigen Geruch. Alle Sinne sind wach. Unser Adrenalinspiegel steigt an: Die berühmten Weißen Löwen von Sanbona wurden gesichtet. Es ist das einzige Mal bei einem Sighting in Sanbona, dass wir auf andere Autos treffen.

Die berühmten weißen Löwen von Sanbona

Nur wenige Meter von uns entfernt stolziert der vier Jahr junge Löwe vor uns auf und ab. Seine Partnerin, eine „normale“ Löwin, ist extrem entspannt, liegt im Gras, reckt sich, geht einmal ein paar Meter und legt sich wieder hin. Erstaunlich. Erst vor wenigen Wochen ist sie Mutter geworden und hält ihre Jungen noch versteckt. Der Vater ist der weiße Löwe. Noch weiß man nicht, ob die Jungen weiß oder braun sein werden, die Chancen stehen 50:50. Der junge Vater folgt ihr mit jeder Bewegung. Wir lassen das Paar alleine.

Auf einer Anhöhe machen wir Halt für eine Kaffeepause, schauen mit der dampfenden Tasse in der Hand und selbstgebackenen Keksen über die weite Landschaft. Unter uns durchzieht wie ein grüner Strom ein Band von Bäumen, Büschen und dichtem Gras die Kleine Karoo. Die Pflanzen werden vom unterirdischen Wasser gespeist.

Karoo Landschaft

Über Funk erfährt Dani, dass sich tief unten in den Büschen zwei Nashörner aufhalten. Mit dem Geländewagen können wir uns ihnen nicht nähern. Ob wir Lust hätte auf eine Fußpirsch? Was für eine Frage. Der Guide nimmt sein Gewehr und bittet uns, in seinem Schatten zu laufen. Er hebt ein wenig Erde auf und lässt sie zu Boden rieseln, um herauszufinden, aus welcher Richtung der Wind weht. Der am besten ausgeprägte Sinn der Nashörner ist der Geruch. So achten wir darauf, dass der Wind unseren Geruch nicht zu ihnen trägt. Ganz leise nähern wir uns Ihnen – doch nur in guten 20 Metern Entfernung, um sie nicht zu stören. Mit ihren Körpern formen sie ein T, um so ihre Umgebung genau beobachten zu können. Alles ruhig? Ja! Zeit für eine kleine Siesta, scheint sich das eine zu denken und plumpst mit seinem massigen Körper auf die Erde. Nur noch die rotierenden Ohren und das markante Nashorn sind klar zu sehen.

Rhinos in Sanbona

Zum Mittag sind wir wieder zurück in der Lodge – und haben einen Lunch im Freien. Ein typischer Herbsttag in der Karoo, an dem es ab Mittag fast sommerlich warm wird.

Sanbona Lunch

Die Nachmittagspirsch

Nachmittags geht es weiter. „Ich habe eine Überraschung für euch“, sagt Dani. Er lädt sein Gewehr und wir marschieren über eine steinige, von Büschen und kleinen Sukkulenten bewachsenen Hügel. Erst in letzter Minute sehen wir, was dort unter dem hohen Busch döst: drei Geparden.

Einer der Eigentümer von Sanbona hatte bei der Einführung von Geparden auf dem Gelände ein Forschungsprojekt über die Tiere begonnen. Über Jahre näherte er sich den Katzen äußerst behutsam und konnte sich ihnen nach vier Jahren das erste Mal bis auf guten 50 m nähern. Heute ist es auch für Gäste möglich – doch immer nur in der gebotenen Vorsicht – bis auf wenige Meter an die Geparden heranzugehen.

Cheetahs in der Kleinen Karoo

Nashörner, weiße Löwen und Geparden – nach diesen drei Highlights lehnen wir uns entspannt zurück. Alles, was nun noch kommt, kann diese Sichtungen nicht mehr übertreffen, oder? Zebras, Kudus, Eland, Affen, Klippspringer und eine Giraffe scheinen vor der Linse geradezu zu posieren.

Ein prächtiges Kudu in Sanbona

Das Tüpfelchen auf dem I aber ist, als wir auf eine Elefantenherde treffen. Gleich drei Junge trippeln emsig zwischen den Beinen der Mütter und Tanten durch und schlenkern noch etwas unbeholfen mit ihren kleinen Rüsseln.

Sanbona Elefanten

Mit einem G&T stoßen wir auf unser großes Safariglück (und auf Sanbona) an!

Sundowner Sanbona

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