George Bizets Carmen in Bregenz

Opernspektakel auf der Seebühne – Carmen in Bregenz

Der Bodensee ist Dreh- und Angelpunkt von George Bizets „Carmen“ in Bregenz. Im ersten Akt jagt Carmen über die Bühne und vollführt einen Hechtsprung in den See, am Schluss wird Sie nicht von Don José erstochen, sondern ertränkt. So geht ein grandioses Opernspektakel zu Ende.

Der eigentliche Star von Bregenz – das Bühnenbild

Die Bühnenbildnerin Es Devlin kennt sich aus mit den großen Shows. Sie hat schon Bühnenbilder für Adele, U2, Take That, die Pet Shop Boys und Kanye West erschaffen. 2012 gestaltete sie die Abschlussfeier der Olympischen Spiele in London.

In Ihrem Bühnenbild werden zwei ungepflegte, tätowierte Hände Spielarten in die Luft. Für sie sind die Karten ein Sinnbild der Beziehung von Carmen und José, deren Begegnung vom Zufall geprägt ist, die alle Regeln über Bord werfen.

Bühnenbild Bregenz von Es Devlin

Die Bühne wird zu einer grandiosen Projektionsfläche. Immer neue Szenerien werden auf die Karten projiziert. Sie spuken Feuer, es regnet aus ihnen, Fassadenkletterer erklimmen sie – und zum Schluss wird ein Feuerwerk gezündet.

Stierkampf Carmen Bregenz

Carmen Bregenz Projektionen

Carmen Bregenz Pyrotechnik

Die Oper von George Bizet

1875 wurde die Oper in vier Akten uraufgeführt. Das Libretto stammt von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle von Prosper Mérimée, die Musik von George Bizet.

Die verführerische Carmen arbeitet in einer Zigarettenfabrik. In der Mittagspause bezirct sie die herumlungernden Soldaten mit einer Habanera. Sie zettelt einen Streit an, verletzt eine Kollegin mit dem Messer. Soldat Don José soll sie verhaften. Er lässt sie laufen und wird dafür verhaftet.

Carmen wartet in einer Taverne auf die Freilassung von Don José. Dort trifft sie den Stierkämpfer Escamillo, der sie fasziniert. Don José wird gezwungen, sich einer Schmugglerbande anzuschließen.

Carmen wartet im Schmugglerlager. Karten werden gelegt, die den Tod von ihr und José voraussagen. Escamillo und José treffen aufeinander. Die Eifersucht brodelt.

In Sevilla findet ein Stierkampf statt. Carmen ist José überdrüssig. Sie hat sich in Escamillo verliebt. Während Escamillo den Stier tötet, erdolcht José Carmen.

Praktische Tipps

Karten
Tickets können schriftlich, telefonisch, online oder im Ticket Center der Bregenzer Festspiele erworben werden. Karten liegen unter der Woche bei 30 – 130 €, am Wochenende bei 40 – 140 €. Die Aufführungen auf der Seebühne sind i.d.R. komplett ausgebucht – unbedingt rechtzeitig reservieren.

Bei Unwetter (Regen zählt hier nicht dazu!) wird die Aufführung in das Festspielhaus verlegt und halbszenisch aufgeführt. Zugang hierzu haben aber nur Gäste mit Karten der Kategorie 1 und 2. Gäste mir Karten der Kategorie 3 – 7 erhalten die Karten erstattet, wenn die Aufführung auf der Seebühne nicht bzw. weniger als 60 Minuten gespielt worden ist.

Kleidung
Einen Dresscode gibt es nicht für die Festspiele. Von Abendgarderobe zu Jeans und T-Shirt ist alles erlaubt.
Unbedingt zu empfehlen, sind warme Kleidung und ein guter Regenschutz (Regenschirme sind nicht gestattet). Vor Ort können Sie Sitzkissen, Regenponchos und Fleecedecken kaufen.

Anreise
Vor der Seebühne und dem Festspielhaus gibt es eine begrenzte Anzahl von Parkplätzen. Wenn Sie ca. 2h vor Aufführung ankommen, haben Sie noch Chancen einen Platz zu bekommen und können die Gastronomie vor Ort genießen.

Hotels
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Zahlen und Fakten zu den Bregenzer Festspielen

Die Bregenzer Festspiele fanden das erste Mal 1946 statt. Und das in einer Stadt, in der es noch nicht einmal ein Theater gab. Also machte man aus der Not eine Tugend, nutzte zwei Kieskähne als Bühne und die wohl schönste Kulisse – den Bodensee. 1980 wird das Festpielhaus erbaut.

Bregenzer Festpielhaus

©anja koehler | andereart.de

Ab 1985 ändert man das Konzept. Die Opern werden nun zwei Sommer lang gespielt – die Bühnen werden so stabil gebaut, dass Sie auch im Winter stehen bleiben können. 2008 werden die Festspiele weit über die Opernszene hinaus bekannt. Das Bühnenbild der Tosca wird zum Schauplatz im James Bond Streifen Ein Quantum Trost. Das ZDF-EM-Studio überträgt hier die Fußball-Europameisterschaft.

Die Festspiele haben ein Jahresbudget von 20 Millionen Euro, davon werden 6,94 Millionen Euro durch Subventionen und 1,3 Millionen Euro durch Sponsorengelder gestemmt.

Insgesamt gibt es 11.999 Sitzplätze. Die Seebühne ist die größte mit 6.980 Plätzen, hinzu kommt das Festspielhaus mit 1.656 Plätze und kleiner Spielstätten wie das Seefoyer oder das Seestudio.

Deutsche stellen das Gros der Zuschauer mit 62%, gefolgt von Österreichern (23%) und Schweizern (13%), nur 2% kommen aus dem restlichen Ausland.

Text: Daniela Köster
Bilder: Daniela Köster und Bregenzer Festspiele

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